Die Aufforderung zum Aufrechterhalten der verwandtschaftlichen Beziehungen und die Warnung vor dessen Abbruch

Sodann, Diener Gottes, ich fordere euch und mich zur Rechtschaffenheit auf und zur Furcht vor Allâh, dem Erhabenen und Allmächtigen. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah an-Nisâ‘, Âyah 1

﴿يَٰأَيُّهَا ٱلنَّاسُ ٱتَّقُواْ رَبَّكُمُ ٱلَّذِي خَلَقَكُم مِّن نَّفس وَٰحِدَة وَخَلَقَ مِنهَا زَوجَهَا وَبَثَّ مِنهُمَا رِجَالا كَثِيرا وَنِسَاء وَٱتَّقُواْ ٱللَّهَ ٱلَّذِي تَسَاءَلُونَ بِهِۦ وَٱلأَرحَامَ إِنَّ ٱللَّهَ كَانَ عَلَيكُم رَقِيبا ١﴾

Die Bedeutung lautet: O ihr Menschen, fürchtet euren Schöpfer, Der euch aus einem einzigen Menschen erschuf; und aus ihm erschuf Er die Ehefrau für diesen Menschen; und aus ihnen ließ er viele Männer und Frauen entstehen. Fürchtet Allâh, mit Dessen Namen ihr voneinander verlangt und fürchtet euch davor, die verwandtschaftlichen Beziehungen abzubrechen. Wahrlich, Allâh hat das vollkommene Wissen über euch.

‘Fürchtet euren Schöpfer’ bedeutet, seid Gott gegenüber gehorsam, indem ihr die Pflichten verrichtet und die Sünden unterlasst, denn ein Gewinner wird derjenige sein, der sich bezwingt, das Verbotene zu unterlassen. Derjenige, der so handelt, schützt sich selbst. Derjenige aber, der im Begehen der Sünden verharrt, erniedrigt sich selbst und verdient die Strafe Gottes.

Liebe Brüder im Islam, verrichtet Gutes und wehe euch, den Sünden zu verfallen. Der Diener Gottes wird am Tag des Jüngsten Gerichts in seinem Buch festgehalten sehen, was er auf dieser Welt getan hat. Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah al-´Isrâ‘, Âyah 36:

﴿إِنَّ ٱلسَّمعَ وَٱلبَصَرَ وَٱلفُؤَادَ كُلُّ أُوْلَٰئِكَ كَانَ عَنهُ مَس‍ُولا ٣٦﴾

Die Bedeutung lautet: Der Mensch trägt eine Verantwortung für sein Hören, sein Sehen und sein Herz.

Sogar den verbotenen Blick wird derjenige, der ihn begeht, niedergeschrieben sehen. Diener Gottes, fürchtet Allâh; habt Angst vor dem Tag, über den ihr glaubt, dass er zweifellos geschehen wird und bereitet euch auf das vor, was nach dem Tod ist. Derjenige, dessen Selbst (an-Nafs) dazu auffordert, Verbotenes zu begehen, soll zu seinem Selbst sagen: „Ich will das Paradies für dich; ich will für dich die unendliche Glückseligkeit; o Selbst, führe mich nicht zum Höllenfeuer.“ Dadurch, dass man sich selbst zur Rechenschaft zieht, hat man Kontrolle über seine Körperteile, sodass man sich daran hält, nicht in Sünden zu fallen, und sich daran hält, Gutes zu verrichten und deswegen auf der Welt und im Jenseits zu den Glücklichen gehört. …

Die Warnung vor dem Beschimpfen Gottes

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah Al-Balad, Âyah 8 und 9:

﴿أَلَمْ نَجْعَلْ لَهُ عَيْنَيْنِ 8 وَلِسَانًا وَشَفَتَيْنِ 9﴾

Die Bedeutung lautet: Hat Allâh ihm nicht zwei Augen gegeben, sowie eine Zunge und zwei Lippen.

In diesen Âyât wurden die Gaben Gottes, die Er dem Menschen bescherte, erwähnt: Die Augen, mit denen der Mensch das Sichtbare sieht; die Zunge, mit der der Mensch zum Ausdruck bringt, was sich in seinem Herzen befindet; zwei Lippen, die die Zähne bedecken und als Hilfsmittel für die richtige Aussprache sowie zum Essen, Trinken und Pusten dienen.

In der Âyah 10 aus derselben Sûrah sagt Allâhu Ta^âlâ:

﴿وهدَيْنَاهُ النَّجْدَيْنَ 10﴾

Die Bedeutung lautet: Und ließ Allâh ihn nicht den nützlichen Weg und den schädlichen Weg erkennen. D. h. den Weg, der in das Paradies führt und den Weg, der in die Hölle führt.

Es wurde gesagt, dass diese Âyât in Bezug auf al-Walîd Ibn al-Mughîrah offenbart wurden. Er war einer der Nichtgläubigen aus dem Stamm der Quraysch, der Gott, Denjenigen, Der ihm diese Gaben bescherte, verleugnete.

Brüder im Islam, die Zunge ist eine besondere Gabe, wofür wir verpflichtet sind, Allâh zu danken. Allâh dafür zu danken kommt dadurch zustande, dass man sie nicht für das Verbotene gebraucht. Unter den Menschen gibt es viele, die damit nicht den pflichtigen Dank verrichten, sondern mit ihren Zungen das aussprechen, was sie nicht sagen dürfen. Zu diesen Sünden – verehrte Brüder im Islam – gehört das Lügen, das unrechtmäßige Beschimpfen des Muslims, die üble Nachrede (al-Ghîbah), das Zwietracht stiften (an-Namîmah), das Anzetteln von Schaden zwischen den Gläubigen, das verbale Verletzen der Gläubigen und andere Sünden der Zunge. …

Der logische Beweis für die Existenz Gottes

Allâhu Ta^âlâ sagt in den Âyât 190 und 191 der Sûrah Âl ^Imrân:

﴿إِنَّ فِي خَلۡقِ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِ وَٱخۡتِلَٰفِ ٱلَّيۡلِ وَٱلنَّهَارِ لَأٓيَٰتٖ لِّأُوْلِي ٱلۡأَلۡبَٰبِ ١٩٠ ٱلَّذِينَ يَذۡكُرُونَ ٱللَّهَ قِيَٰمٗا وَقُعُودٗا وَعَلَىٰ جُنُوبِهِمۡ وَيَتَفَكَّرُونَ فِي خَلۡقِ ٱلسَّمَٰوَٰتِ وَٱلۡأَرۡضِ رَبَّنَا مَا خَلَقۡتَ هَٰذَا بَٰطِلٗا سُبۡحَٰنَكَ فَقِنَا عَذَابَ ٱلنَّارِ ١٩١﴾

Die Bedeutung lautet: Wahrlich, in der Verschiedenheit zwischen Himmel und Erde und der Unterschiedlichkeit zwischen Nacht und Tag befinden sich deutliche Beweise (für die Existenz Gottes) für diejenigen, die mit ihrem gesunden Verstand nachdenken; diejenigen, die Allâh im Stehen, im Sitzen und im Liegen lobpreisen und über die Geschöpfe, die sich im Himmel und auf der Erde befinden, nachdenken und sagen: „O unser Gott, Du hast diese Schöpfung nicht ohne Weisheit erschaffen. Erhaben bist Du, bitte beschütze uns vor der Bestrafung im Höllenfeuer.“

Brüder im Islam, wer die Geschöpfe Gottes betrachtet, sie sich anschaut und darüber nachdenkt, erkennt mit seinem Verstand, dass Gott, der Erhabene, existiert sowie dass Gott einzig, allmächtig und wollend ist. Verehrte Brüder im Islam, wir sind verpflichtet darüber nachzudenken, denn Ibn Hibbân überlieferte in seinem Sahîh, dass der Gesandte Gottes ﷺ, hinsichtlich der soeben erwähnten Âyah, sagte:

ويلٌ لِمَنْ قَرَأَها ولم يَتَفَكَّر فيها

Die Bedeutung lautet: Wehe demjenigen, der sie liest und nicht über ihre Bedeutung nachdenkt.